Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

8ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Lokales
  3. » Potsdam
  4. » Lokalnachrichten
05.10.2012

Beitragsfunktionen:

Marsch für Menschenrechte

Oberbürgermeister Jann Jakobs unterstützt die Forderungen der Asylbewerber und fordert zu Solidarität auf

Potsdam - Es sind harte Worte, die sie wählen. Sie sprechen von Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Gestern hat der Flüchtlingsmarsch Potsdam erreicht. Vor rund einem Monat haben sich etwa 50 Asylbewerber aus Würzburg in Bayern auf den Weg nach Berlin gemacht. So wollen sie gegen die Diskriminierung von Flüchtlingen und für mehr Rechte und Anerkennung kämpfen. Bei einer Pressekonferenz forderten sie unter anderem die Abschaffung der Residenzpflicht.

Heute wird der Marsch nach Berlin fortgesetzt. Bevor sie ihren Marsch antreten, wollen die Flüchtlinge im Brandenburger Landtag ein Papier mit ihren Forderungen abgeben. Die Demonstration startet um 11 Uhr am Freilandgelände in der Friedrich-Engels-Straße und führt mit einem Zwischenstopp am Rathaus weiter in Richtung Glienicker Brücke. Kurz davor wird auch die NPD demonstrieren. Die rechtsextreme Partei hat an der Ecke Berliner/Menzelstraße zwischen 11 und 14 Uhr eine Kundgebung angemeldet.

„Wir gehen davon aus, dass es ruhig bleibt“, sagt Ingrid Schwarz, Pressesprecherin der Polizei. Sie erwartet etwa 20 Rechtsextreme. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. Bei NPD-Kundgebungen am Rande des Flüchtlingsmarsches durch Sachsen-Anhalt und Thüringen ist es zu Rangeleien gekommen. „Wir sind gut vorbereitet“, so die Sprecherin. Wie viele Polizisten im Einsatz sind, will sie nicht sagen. Dem Protestzug durch die Innenstadt werden sich neben Bürgermeister Burkhard Exner Vertreter der Stadt anschließen. Auch das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ und verschiedene Parteien laufen mit. Weil er im Urlaub ist, wird Oberbürgermeister Jann Jakobs bei der Kundgebung nicht dabei sein. Er ruft aber zur Solidarität mit den Flüchtlingen auf. Die Stadt rechnet mit etwa 200 Teilnehmern, die Polizei mit 50 bis 60.

Bereits vor rund drei Wochen hatte die NPD einen Aufmarsch in Potsdam angemeldet, musste aber unverrichteter Dinge abziehen. Gegendemonstranten hatten durch eine Sitzblockade auf der Langen Brücke verhindert, dass die Rechtsextremen ihre Demo starten konnten. Wenige Tage später wurde Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs von der Gewerkschaft der Polizei kritisiert. Er habe die Demonstranten zu der Sitzblockade und somit zum Rechtsbruch aufgefordert. Die Stadt bestreitet das. Der Bürgermeister habe dazu aufgerufen, gegen die NPD zu demonstrieren. Zu einer Sitzblockade habe er nicht motiviert, erklärt Jan Brunzlow, Sprecher der Stadt. Wegen des Vorfalls hat die NPD Strafanzeige gegen Jakobs eingereicht. Im Rathaus sieht man die Anzeige entspannt.

Der heutigen Kundgebung der rechtsextremen Partei will man nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. „Viel wichtiger ist das Anliegen der Flüchtlinge“, sagt Brunzlow. Genau so sieht es Chu Eben. „Wir wissen, dass die NPD da ist, aber wir werden sie nicht beachten“, sagt der Gründer des Potsdamer Flüchtlingsprojekts „Refugees Emancipation“. Man wolle gegen die Asylpolitik demonstrieren, das sei wichtiger als die Kundgebung der Rechtsextremen. Die Asylpolitik müsse geändert werden, sagt Eben. Wer in Deutschland als Asylbewerber lebe, werde stark benachteiligt. Die Heime seien nicht zumutbar, weil sie in einem schlechten Zustand sind. Viele Flüchtlinge dürfen nicht arbeiten und ihren Landkreis nicht verlassen. In einigen Landkreisen, zum Beispiel in Oberhavel, bekommen Asylbewerber Gutscheine ausbezahlt.

Die Flüchtlingsinitiative fordert, dass die Residenzpflicht abgeschafft wird und Asylbewerber sich frei in Deutschland bewegen können. Außerdem fordern sie die Schließung aller Asylheime und die Unterbringung in Wohnungen. Flüchtlinge seien keine Gefangenen, sondern wollen ein menschenwürdiges Leben führen. (Von Christian Meyer)


Sperrungen während der Demonstration

  • Laut Polizei sollen trotz der heutigen Kundgebungen und Demonstrationen in Potsdam keine Straßen gesperrt werden.
  • Dennoch müssen Autofahrer zwischen 11 und 14 Uhr besonders in der Innenstadt mit Behinderungen rechnen.
  • Zunächst zieht die Demo von der Friedrich-Engels-Straße über die Lange Brücke in Richtung Rathaus.
  • Nach einer Kundgebung geht es über die Friedrich-Ebert-, Kurfürsten- und Hebbel- in die Berliner Straße. Dort laufen die Demonstranten im verkehrsberuhigten Bereich.
  • Laut Polizeiangaben sollen die Straßen nur kurzfristig für die Autofahrer gesperrt werden. Zu längeren und weiträumigen Sperrungen wird es heute aber nicht kommen. cmm


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 10 Einträge

» bepots | 05.10.2012, 09:46

Forderungen der Asylbewerber


Steigende Kinderarmut in Deutschland sollte besser im Focus stehen. Wir haben selbst genug Probleme. Doch da kommen Asylanten einher und stellen Forderungen...

» Steffen | 05.10.2012, 10:08

AW:


"Die Heime seien nicht zumutbar, weil sie in einem schlechten Zustand sind."

Seien, MAZ. Oder: sich befänden. Immer schön den Konjunktiv benutzen. Wie wäre es mal mit einer Reportage aus diesen unzumutbar menschenverachtenden Heimen, um den so schlechten Zustand mal öffentlich zu machen? Ich würde gern mal Vergleiche mit einem DDR-Ferienlager oder -Studentenwohnheim anstellen.

» Investor | 05.10.2012, 10:27

Gefangen!?


Wohl kaum.Jeder in diesem unserem Land hat die volle Freizügigkeit,dieses Land jederzeit zu verlassen.
Wem die Unterbringung in einem Asylheim nicht gefällt,darf ohne weiteres in ein menschenwürdigeres Land ausreisen.

Wer keine Gutscheine möchte,zieht in ein Land, in dem es Bares gibt.

Also,wozu die Aufregung?

Schaun mer mal.

» SuperArchitekt | 05.10.2012, 15:02

überzogene Forderungen


Die Forderungen sind vollkommen überzogen.

Asylheime menschenunwürdig?

Residenzpflicht ist Rassismus?

Solche überzogen Forderungen lassen in mir zweifel aufkommen, ob meine an sich positive Einstellung zu Asylbewerber nicht besser ändern soll.

Vielleicht wäre eine besser Asylbewerber sollten wenn diese vom Staat Geld bekommen, auch für die Gemeinden kostenlos arbeiten.

» Brabuha | 05.10.2012, 16:41

Forderungen der Asylbewerber


In keinem Land auf der Welt stellen Asylanten Forderungen und bekommen auch noch Recht von der Justiz und den Behörden.Wenn ich das so lese bekomme ich einen dicken Hals.
Nehmen wir mal dieses sogenannte Residenzpflicht,jeder Hartz IV-Empfänger muß täglich erreichbar sein und innerhalb von einer Stunde beim Jobcenter antanzen wenn er dazu aufgefordert wird.Asylanten können tage,-wochen oder monatelang sich außerhalb des Landkreises bewegen ohne Sanktionen befürchten zu müssen.Weiß jemand ob er nicht in Bayern schwarz arbeitet oder kriminell ist?Und woher hatte er als es nur 224 EURO für diese Leute gab das Geld um von Berlin nach München oder Hamburg zu fahren.Las ich vor kurzem in einer Zeitung das ein Asylant nicht dahin fahren konnte um seine Tante oder Bekannte zu besuchen.Apropo Arbeit,viele wollen arbeiten dürfen aber nicht?Auch wenn sie dürften,wer stellt diese Leute die kein Wort deutsch verstehen ein?Laub harken und Papier sammeln zum Allgemeinwohl,dazu sind sie sich zu fein.Das können mal schön die deutschen 1 EURO-Jobber machen,die wenn sie sich weigern Hartz IV gekürzt wird.
Die Flüchtlingsinitiative fordert die Abschaffung der Asylheime und die Unterbringung in Wohnungen.Die meisten der Asylheime sind besser ausgestattet wie so manches Obdachlosenheim.Nur mit dem Unterschied das viele Asylanten nicht gerade pfleglich mit dem Inventar umgehen weil sie es nicht anders kennen.(Kam vor kurzem ein Bericht im Fernsehen.)Und in die Obdachlosigkeit ist es ein schneller und kurzer Weg.Und man sieht was rauskommt wenn Armutsasylanten eine Wohnung bekommen,siehe Dortmund u.s.w.
Das gleiche gilt für die Erhöhung der Regelsätze für Asylanten.Da bekommen Asysuchende die in einem Heim leben,ohne das sie Energie bezahlen,keine Versicherung haben,keine notwendigen Reparaturen oder Renovierungsarbeiten,kein Kabelfernsehen und dergleichen 336 EURO.

» Brabuha | 05.10.2012, 17:01

Teil 2


Und dann kritisieren Leute vom Flüchtlingsrat das Asylsuchende ihere Fahrten zu Ämtern in Zukunft selbst bezahlen müssen b.z.w. es ihnen abgezogen wird,von 336 EURO.
Ich fasse es nicht,fragt mal einen Rentner auf dem Land,auf HartzIV Niveau lebend,wer ihm die Kosten zum Arzt,zu Behörden oder zum Einkaufen ersetzt oder ob er umsonst fahren kann.
Mein Fazit lautet das es den Asylsuchenden in Deutschland immer noch besser geht wie einem unverschuldet arbeitslos gewordenen jetzigen HartzIV-Empfänger oder einem armen Rentner der sein Leben lang geackert hat.
Und da frage ich mich warum diese Asylanten,nachdem sich die politische oder andere Situationen in ihren Heimatländern geändert hat,tja warum kehren sie nicht dahin zurück?Jeder Anfang ist schwer aber warum auch wenn man sich in einer sozialen Hängematte ausruhen kann.
Auch wenn ich in die rechte Ecke gestellt werde,Sarrazin hat doch Recht:"Deutschland schafft sich ab"

» Puffer | 05.10.2012, 22:14

..


@Brabuha
Mag sein, dass Dich manch einer jetzt tatsächlich in die rechte Ecke schiebt... aber denn könnte man mich auch dort hin schieben...denn ich bin voll Brabuha's Meinung.

Na hauptsache Herr Jakobs steht mal wieder gut da. Wie schön, dass doch Pdm. so viel Willkommensfreude zeigt. Besonderst im "Interesse der Anwohnern". Das die meisten Pdm-er in den Wohngebieten leben, spielt dabei sicherlich keine Rolle.

» DeusLoVult | 06.10.2012, 17:38

Auf der Seite des Flüchtlingsrates Brandenburg


kann man sich einen kleinen Überblick über die Verzahnungen und Netzwerkerei dieser Lobbygruppe machen.

Für die betreffenden Leute lässt es sich sicher prima davon leben. Was würde denn eine Ausländer- oder Integrationsbeauftragte machen, wenn es nichts mehr zu verbessern oder zu integrieren geben würde?

Die Absurdität wird einem so langsam bewusst, wenn man mal an die Gründung eines "Zentralrates der Deutschen" o. ä. denkt. Gehört werden nämlich in diesem Staat nur noch vermeintliche Minderheiten.

Wie heißt es schon bei Wilhelm Busch: "Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe."

» Puffer | 09.10.2012, 00:13

nur ne Frage


Ehe ich mich dazu falsch äußere, hätt ich gern mal gewußt, wo jetzt das Heim/die Wohnungen für die Frauen sind...
Ich woll jetz nicht die genaue Adresse, sondern nur ein Bild von der Umgebung. Immerhin sollen ja die Wohnung in der "City" schon mächtig teuer sein......- teuer genug, das selbst Pdm-er dort nicht mehr unterkommen.

» Herbert | 09.10.2012, 00:14

Es stimmt so manches nicht


@ Brahuba:
So ist das eben in einem Rechtsstaat. Da geht es manchmal schon ziemlich merkwürdig zu. Man kann natürlich einige Personengruppen vom Schutz durch rechtsstaatliche Prinzipien ausklammern. Hatten wir schon. War auch nicht so gut. Irgendwann kann man auch selbst davon betroffen sein.

Hatte vor mehreren Jahren selbst mit Asylbewerbern zu tun. Es gibt da keine einfachen Patentrezepte. Manche könnte man sich durchaus als Nachbarn vorstellen. Andere eher nicht. So wäre die Unterbringung in regulären Wohnungen teilweise vorstellbar. Aber nur teilweise. Schneller, als man es sich versieht, wird so die Hütte zum Sanierungsfall.

Ein Problem ist die Isolation. Man kann den Leuten natürlich vorhalten: Seid dankbar, dass ihr hier in Sicherheit seid! Manche kommen damit zurecht. Andere werden mit der Zeit rammdösig. Da kann es zweckmäßig sein, wenn sie mal ein paar Landsleute treffen können, die woanders untergekommen sind. Gegen die richtig ausgebufften Schwarzarbeiter und Spitzbuben hilft ohnehin keine Residenzpflicht.

Allerdings halte ich es nicht für angebracht, arme Rentner, Arbeitslose und Obdachlose zum Vergleich heranzuziehen. Dass jemand, der sich sein Leben lang abgerackert hat, Not leiden muss, ist eine Sauerei. Ohne Wenn und Aber. Der Umgang mit den Hartzern dient offensichtlich dem Zweck, sie durch allerlei Schikanen aus Leistungsbezug und Statistik herauszudrängen. Mit echten Vermittlungsbemühungen hat das kaum etwas zu tun. Und dass Menschen in Obdachlosenheimen hausen müssen, während gleichzeitig massenhaft Wohnraum leersteht und plattgemacht wird - armes, armes Deutschland!

Die immer noch hohe Sockelarbeitslosigkeit, die eine Arbeitsserlaubnis zum Problem macht, ist ein systemimmanenter Fehler. Die Sozialabgaben verteuern den Faktor Arbeit und betreffen besonders auch die anständigen Lohnzahler. Andererseits müssen auch Beschafigungslose irgendwie alimentiert werden. Da hat man durch Nichtbeschäftigung kaum etwas gespart.

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv