BORKHEIDE/BAD BELZIG - Blinde orientieren sich mit einem weißen Langstock häufig entlang an Leitstreifen, die ihnen ohne fremde Hilfe den Weg weisen. So auch in Borkheide auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Bahnhof. Das zumindest soll durch die dort vorhandenen Streifen ermöglicht werden.
Schon vor vier Jahren aber wurde die nicht hinreichende Situation vom Sozialwerk Potsdam, der Beratungs- und Informationsstelle für Blinde und Sehbehinderte, bemängelt. Mitarbeiterin Stephanie Seidel wiederholt fast wörtlich, was sie damals gesagt hatte: „Das Blindenleitsystem vom Bahnhofsvorplatz führt überhaupt nicht zum Bahnhof, sondern vielmehr ins Nichts und früher, ohne Zaun als Gefahrenabwehr, sogar in einen Graben. Außerdem ist es schlecht tastbar, weil die Abstände zwischen den Rillen zu klein sind. Zudem ist es auf den Streifen der Bahnsteige bei Frosttemperaturen sehr glatt. Ich bin dort schon einige Male fast ausgerutscht.“
Ähnliches äußert Andreas Koch. Der sehbehinderte Borkheider wohnt in Potsdam, besucht aber regelmäßig seine Eltern in der Waldgemeinde. „Ich verstehe nicht, dass die Bahn sich gegen eine Veränderung sperrt, es geht doch nur um sechs Meter“, so Koch. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Gemeinde gern helfen würde, da das Grundstück aber der Bahn gehöre, könne nur sie für Besserung sorgen.
Die Deutsche Bahn AG ist stolz darauf, dass es sowohl in Borkheide als auch in Brück und Bad Belzig Blindenleitstreifen gibt. „In Medewitz und Wiesenburg sind diese für die Grunderneuerung bis 2016 vorgesehen“, so Bahnsprecherin Silvia Seidel. Für Baitz gibt es bisher keine Pläne.
Manfred Toppel von der Bad Belziger Gruppe des Blinden- und Sehbehinderten Verbandes teilt diese Euphorie bezüglich des Bahnhofs in der Kreisstadt nicht. „Beim Übergang zwischen den Bahnsteigen sind die Stufen nicht deutlich genug abgesetzt“, moniert der sehbehinderte Mann. Die Leitstreifen führen nicht bis zum Aufzug, dies sei ein weiterer Mangel. Auf der Brücke zwischen den Bahnsteigen und Aufzügen fehle wiederum der für Blinde unbedingt erforderliche geriffelte Streifen. Toppel bemängelt ebenfalls den Höhenunterschied zwischen dem Bahnsteig und den Wagen am Bad Belziger Bahnhof. „Man fällt förmlich hinein, für Blinde ist es sehr gefährlich“, so der Vertreter des Interessenverbandes.
Die UN-Behindertenrechtkonvention, die auch die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet hat, fordert Hilfsmittel, die das Zusammenleben erleichtern und gegebenenfalls erst möglich machen. Barrierefreier öffentlicher Personennahverkehr gehört dazu.
Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbandes am 27. Oktober, 14 Uhr, im Fläming-Bahnhof Bad Belzig. (Von Andreas Koska)
Ein voller Erfolg war der Nuthetaler Handwerkertag am 20. April rund um den Marktplatz „Zum Springbruch“ in Bergholz-Rehbrücke. Das rege Zusammenwirken der Geschäfte, Handwerksbetriebe und all der Helfer rund um die Organisation und das Rahmenprogramm ermöglichte einen bunten Einblick in die Vielfalt des gemeindlichen Lebens.
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