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22.10.2012

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Rheinsberger protestieren gegen NPD-Demo

Rund 70 Leute kamen auf den Triangelplatz / Stadtverordnete von CDU, SPD und Linken dabei

RHEINSBERG - Rund 60 bis 70 Menschen haben am Sonnabendmittag in Rheinsberg gegen eine Kundgebung der NPD protestiert. Die Nazis waren mit etwa zehn Leuten gekommen und wollten gegen zu hohe Benzinpreise demonstrieren.

„Die suchen sich ein populäres Thema raus, und wollen die Leute vergessen lassen, was sie sonst noch für Ziele haben“, kommentierte der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Richter das Auftreten der NPD. „Es wird Zeit, dass wir sie verbieten.“ In Neuruppin könne die Partei nicht widerstandslos landen, nun versuche sie, auf dem Land aufzutreten, vermutet Steffen Jakuttek von der Initiative Gesicht zeigen. Er hatte die Gegendemo angemeldet.

Erst am Donnerstagnachmittag hatte der Rheinsberger Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) von der geplanten NPD-Aktion erfahren – die Gegenwehr organisierte sich schnell. „Rheinsberg ist eine Stadt, die gerne Gäste hat“, sagte Jan-Pieter Rau. „Aber diese Herrschaften sind nicht willkommen.“ Bei einem Seminar zum Kurbeitrag am Freitagmorgen stimmten sich Bürgermeister und die anwesenden Stadtverordneten ab. Schnell wurde ein Transparent gedruckt. „Rheinsberg 2012 – 300 Jahre Friedrich, 600 Jahre Einwanderung und gelungene Integration“, hieß es darauf. Es hing am Sonnabend am Triangelplatz an einem Bauzaun. Linken-Fraktionschef Freke Over hatte ein weiteres Plakat mit ähnlichem Text mitgebracht und in die Bäume gehängt.

Neben Over waren der SPD-Fraktionsvorsitzende und Ortsvorsteher der Kernstadt Sven Alisch, die Stadtverordneten Marion Grefrath (SPD), Uwe Witt (Linke), Walter Luy (CDU) sowie Tourismusmanagerin Sigune Schmidt-Ulbrich vor Ort. Außerdem nahmen Mitglieder der Kurt-Tucholsky-Gesellschaft und der befreundeten Erich-Mühsam- und Erich-Maria-Remarque-Gesellschaften an dem Protest teil. Die Tucholsky-Gesellschaft hielt am Wochenende ihre Jahrestagung in Rheinsberg ab. „Der Kampf gegen Nazis war Tucholskys erstes Anliegen“, sagte Vorstandsmitglied Renate Bökenkamp. Deswegen habe die Gesellschaft solche Proteste immer unterstützt. (Von Carsten Schäfer)


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