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23.10.2012

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Die Erinnerung bleibt

Stolpersteine verlegt / Jüdischer Botschafter lobt Projekt als wichtigen Beitrag gegen das Vergessen

LUCKENWALDE - „Es war ein Mensch, und seht, er ist nicht mehr“, sagte der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman gestern bei der Verlegung der Stolpersteine in Luckenwalde. Der Satz stammt aus einem Gedicht des israelischen Dichters Chaim Nachman Bialik. „Er trifft den Kern der heutigen Veranstaltung“, sagte der Botschafter. In seinem Grußwort bezeichnete er das Projekt Stolpersteine als wichtigen Beitrag gegen das Vergessen. „Die Nazis wollten das jüdische Volk vernichten. Sie wollten den Menschen ihre Namen nehmen und auch die Erinnerung an jeden Einzelnen vernichten. Beides ist ihnen nicht gelungen“, fügte Yakov Hadas-Handelsman hinzu.

Der CDU-Stadtverband Luckenwalde hat die vor drei Jahren begonnene Tradition fortgesetzt und so wurden gestern für vier weitere Luckenwalder Bürger Stolpersteine verlegt. Ein Stein erinnert an Emma Marcus. Sie wurde 1942 in Theresienstadt ermordet. Der Stein wurde vor ihrem letzten frei gewählten Wohnsitz am Markt 6 verlegt.

Für die dreiköpfige Familie Schneider setzte der Künstler Gunter Demnig je einen Stein in die Erde. Da das Haus in der Zinnaer Straße nicht mehr existiert, hatte Pfarrer Detlev Riemer Fotos zusammengestellt und berichtete über Hanna und Leo Schneider und deren Sohn Max. Hanna Schneider wurde 1938 als Staatenlose nach Polen abgeschoben und am 21. September 1942 in Wilna erschossen. Ihr Mann Leo Schneider wurde 1935 wegen Hitler-Beleidigung verhaftet und im Gefängnis Berlin-Moabit zu Tode geprügelt. Max Schneider wurde 1938 nach Polen abgeschoben, emigrierte 1939 nach Palästina und überlebte den Holocaust. Von den Beteiligten unbemerkt blieb ein Vorfall, der sich am Markt ereignete. Ein Bewohner hatte angekündigt, die Veranstaltung durch laute Radiomusik zu stören. Da er sich nicht davon abbringen ließ, wurde er von der Polizei kurzzeitig in Gewahrsam genommen. (Von Margrit Hahn)


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