BAD BELZIG - „Jedes würdevolle Dach über dem Kopf zählt.“ Thomas Schulz, Fachbereichsleiter im Landratsamt Bad Belzig, hat am Donnerstag im Sozialausschuss des Kreistages Potsdam-Mittelmark den Appell der Verwaltung wiederholt. Die Behörde hat sich in dieser Woche an die Wohnungsgesellschaften und private Vermieter gewandt. Bis Dezember sind 120 Flüchtlinge zwischen Havel und Fläming unterzubringen.
Jeden Monat muss der Landkreis Potsdam-Mittelmark etwa 30 Personen aufnehmen. Der Eingang des entsprechenden Erlasses des Innenministeriums wird erwartet. Das Übergangswohnheim in Bad Belzig sei mit der in den vergangenen Jahren an den zuletzt rückläufigen Bedarf angepassten Kapazität von 135 Plätzen ausgelastet. Von Ideen weiterer Massenunterkünfte wie Containern oder Zeltstädten sei „der Landkreis aber meilenweit entfernt“, so Thomas Schulz. „Und wir schicken sie auch nicht wieder in den Wald“, spielte er auf die einstige Unterkunft in Verlorenwasser an. „Unsere Idee ist, die Menschen in kleineren Gruppen in die Region zu integrieren und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“ Darauf sind sowohl die sprachliche Ausbildung als auch das sozialpädagogische Konzept ausgerichtet, das seit fast anderthalb Jahren erprobt wird. Ohne Zwischenaufenthalt im Übergangswohnheim wurden in diesem Jahr erstmals Asylsuchende sofort in Wohnungen in Seddin und Görzke untergebracht. Dabei handelt es sich um Familien aus Afghanistan, Syrien, Irak und Iran. Von dort kommen derzeit die meisten Flüchtlinge. Da sie aufgrund der Situation in ihre Heimat in absehbarer Zeit nicht dorthin zurückkehren können, müsse man langfristige Lösungen schaffen, erklärte Andreas Burdag, Leiter des Asyl-Teams im Landratsamt. Man habe mit Investoren zur Schaffung von Wohnraum gesprochen, diese Pläne griffen aber frühestens Mitte nächsten Jahres,.
Wolfgang Erlebach (Die Linke) regte an, die in diesem Jahr stark geförderten touristischen Quartiere zu diesem Zwecke zu nutzen oder ein Förderprogramm aufzulegen, was die Verwaltung zurückwies. Axel Mueller (Bündnis 90/ Die Grünen) wies auf den Leerstand in den Dörfern hin. „Vielleicht kann man Menschen nach einer gewissen Angewöhnungszeit in Deutschland dazu bewegen, aufs Land zu gehen.“ Obwohl es Migranten verstärkt in große Städte zieht, weil dort eher Landsleute zu finden sind, ist diese Idee, wie das Görzker Beispiel zeigt, für die Zeit des Wartens auf die Aufenthaltspapiere eine akzeptable Lösung. Die im Töpferort untergebrachten Familien sind jedenfalls, so war von ihnen zu hören, von der Freundlichkeit der Einheimischen angetan. (Von Kerstin Henseke)
Ein voller Erfolg war der Nuthetaler Handwerkertag am 20. April rund um den Marktplatz „Zum Springbruch“ in Bergholz-Rehbrücke. Das rege Zusammenwirken der Geschäfte, Handwerksbetriebe und all der Helfer rund um die Organisation und das Rahmenprogramm ermöglichte einen bunten Einblick in die Vielfalt des gemeindlichen Lebens.
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