NEURUPPIN - Mit knapp einem Jahr Verspätung kann die Sanierung des Asylbewerberheimes in Treskow beginnen. Dafür haben die Kreistagsabgeordneten am Donnerstagabend den Weg frei gemacht. Sie bestätigten zum einen, dass in diesem Jahr noch 100 000 Euro für das Heim ausgegeben werden können. Zum anderen bewilligten sie den Doppelhaushalt für die Jahre 2013/14. In dem Etat sind weitere 800 000 Euro für den Umbau des ehemaligen Lehrlingswohnheimes vorgesehen.
Auf dessen Sanierung drängen der Sozialausschuss des Kreises sowie die Ausländerbeauftragte der Stadt Neuruppin, Doris Rogmann, seit Jahren. Die Politiker hätten es zwar besser gefunden, wenn die Asylbewerber in der Innenstadt in Wohnungen untergebracht werden, aber in Neuruppin gibt es nicht genug Wohnraum.
Prekär sind im Heim, das seit Dezember 2011 von den Ruppiner Kliniken betrieben wird, vor allem die Sanitäreinrichtungen und die Gemeinschaftsküchen für die mehr als 100 Bewohner aus 90 verschiedenen Nationen. Klinik-Chef Matthias Voth hatte sich zu Beginn des Jahres ein Bild vor Ort gemacht und den Zustand im Heim als „beschämend“ bezeichnet. Vor allem für die Familien sollten schnell bessere Unterkünfte geschaffen werden.
Das sieht auch das Sanierungskonzept vor, das Klinik-Chef Voth beim Kreistag vorstellte. Demnach sollen fünf Familienwohnungen errichtet werden. Allerdings wird das erst im nächsten Jahr passieren. Laut Sozialdezernentin Waltraud Lorenz ist für dieses Jahr der Einbau neuer Fenster an der Nordseite geplant. Als Nächstes sollen neue Sanitärräume und Küchen entstehen. „Danach können wir die alten Nasszellen zurückbauen“, so Voth.
Im dritten Bauabschnitt ist die Sanierung der Wohnräume vorgesehen. Dabei sollen ebenfalls zwei Spielzimmer, ein Internetraum sowie ein Gemeinschaftsraum für Treffen und Schulungen entstehen. Nicht zuletzt wird auch ein Krankenzimmer im Wohnheim etabliert. „Das ist gesetzlich vorgeschrieben“, betonte Voth. Bisher gibt es allerdings kein Krankenzimmer. Daran hatten sich weder der Kreis als Aufsichtsbehörde noch der vorherige private Betreiber des Heimes nicht gestört.
Eine rollstuhlgerechte Wohnung soll im Heim ebenfalls entstehen sowie eine Rampe, damit das Erdgeschoss barrierefrei erreichbar ist. Die Gesamtkosten für die Arbeiten, bei denen auch die Elektrik erneuert wird, bezifferte Voth mit 1,5 Millionen Euro. Das Gros der Kosten, 900 000 Euro, wird der Kreis bezahlen. Die Klinik-Tochter GZG, die wohl die meisten Arbeiten ausführen wird, werde einen Eigenanteil von 100 000 Euro bereitstellen, sagte Voth. „Ist die Finanzierung der restlichen 500 000 Euro geklärt?“, fragte Ralph Bormann, Chef der bunten Fraktion Freie Wähler, Bauern, Grüne. Das verneinte der Klinik-Chef. „Wir können nur bis zur Grenze von einer Million Euro bauen.“ Doch werde schon danach das Heim deutlich bessere Wohnbedingungen aufweisen als jetzt, versicherte Voth.
Eigentlich sollten die Arbeiten bereits vor neun Monaten beginnen. Das verzögerte sich, da Landrat Ralf Reinhardt im Januar überraschend dem bisherigen Klinikchef Horst-Michael Arndt kündigte. Nachfolger Voth musste sich in das Thema erst einarbeiten. Zudem verlangte der Kreis ein Konzept für die Arbeiten. Das liegt nun vor. (Von Andreas Vogel)
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