Stolz erheben sich die beiden maskierten Tassen über einem Berg zerknüllter Pappbecher. Hinter ihnen glüht gelb der Morgenhimmel. Mit diesem aus der Welt der Comics abgeschauten Motiv wirbt der Animations-Student von der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF), Sven Mücke, für die neue Aktion des Studentenwerks Potsdams: „Tasse statt Pappbecher“
Mücke hat mit dem Bild zugleich den ersten Platz bei einem in diesem Frühjahr ausgelobten Wettbewerb belegt. Zusammen mit den Motiven von Raphael Wallroth und Peter Nehmer, denen eine studentische Jury die Plätze zwei und drei zusprach, werden die „Supertassen“ nun an allen sieben Mensen und neun Cafeterien des Potsdamer Studentenwerks für mehr Umweltbewusstsein werben.
„Ökologie ist heute in aller Munde“, sagte die Leiterin des Potsdamer Studentenwerks, Karin Bänsch, gestern in der Mensa auf dem Campus Griebnitzsee zum Start der Plakat-Aktion. Da wolle das Studentenwerk nicht hinten anstehen.
Rund 750 000 Heißgetränke schenkt allein das Studentenwerk Potsdam im Jahr aus. Etwa die Hälfte davon fließt in Pappbecher, die anschließend auf dem Müll landen. „Viele Studenten finden es einfach bequem, den Kaffee zum Beispiel mit in die Vorlesung zu nehmen“, sagt Bänsch. Da das Studentenwerk sich zu 60 Prozent selbst finanziere, müsse man den Kunden entgegenkommen und der Mode des „Coffee to go“ folgen. Nun hofft man, durch die Aktion zumindest zum Nachdenken anzuregen.
Mücke selbst kam recht schnell auf seine „Supertassen“. „Ich dachte gleich an Batman und Robin, die die Schurken der Pappbecher zur Strecke bringen“, sagt der filmaffine HFF-Student. Dafür hat er später eigens sogar in Mülleimern gekramt, um die Becher für seine Fotomontage herauszufischen. Mit dem Aufbau einer solchen Szene ist er als ausgebildeter Animationsfilmer vertraut. Er findet den mit 750 Euro dotierten Preis eine tolle Ergänzung zum Studienabschluss. (Von Rüdiger Braun)