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30.10.2012

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Ein umstrittener Gast

Zur Eröffnung der neuen türkischen Botschaft kommt Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Berlin

BERLIN -  Wenn der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Deutschland besucht, ist das immer wieder ein besonderes Ereignis. Schließlich leben rund 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik, davon mehr als 200 000 in Berlin. Heute kommt Erdogan in die deutsche Hauptstadt, um zusammen mit Außenminister Guido Westerwelle (FDP) im traditionellen Botschaftsviertel südlich des Tiergartens die neue diplomatische Vertretung seines Landes zu eröffnen.

Morgen wird der Ministerpräsident von Angela Merkel im Kanzleramt empfangen. Im Mittelpunkt des auf eine Stunde terminierten Gesprächs dürfte der Bürgerkrieg in Syrien stehen, von dem die Türkei stark betroffen ist. Sowohl durch immer neue Flüchtlingsströme als auch dadurch, dass die Kämpfe schon mehrfach auf türkisches Gebiet übergegriffen haben. Die türkische Armee beschießt seit einigen Wochen auch immer wieder Ziele in Syrien. Nicht zuletzt als Folge des Bürgerkriegs im Nachbarland sind in der Türkei auch die Kämpfe mit der kurdischen Rebellenorganisation PKK neu aufgeflammt. Die Türkei wirft Deutschland und anderen europäischen Ländern immer wieder vor, zu wenig gegen diese Organisation zu unternehmen.

Mehrere Organisationen haben für morgen Demonstrationen gegen den Besuch Erdogans in Berlin angekündigt. Neben anderen will auch der aus der Türkei stammende grüne Bundestagsabgeordnete Memet Kilic vor dem Brandenburger Tor eine Rede gegen Erdogans „minderheitenverachtende und militaristische Politik“ halten, wie es in der Ankündigung heißt.

Ein Auftritt Erdogans vor in Deutschland lebenden Türken ist diesmal nicht geplant. 2008 hatte er für Empörung gesorgt, als er in einer Rede vor rund 16 000 Türken in Köln eine „Assimilation“ der in Deutschland lebenden Türken als ein „Verbrechen“ bezeichnete. Im vergangenen Jahr hielt er eine ähnliche Rede vor rund 10 000 Türken in Düsseldorf.

Das neue repräsentative Botschaftsgebäu- de wurde von einem Berliner Architektenteam entworfen. Die Kosten werden auf rund 30 Millionen Euro beziffert, es soll sich um die größte diplomatische Vertretung der Türkei weltweit handeln. Die Botschaft steht auf einem Gelände, das schon 1918 vom

damali-gen Osmanischen Reich erworben wurde. 1923 übernahm die neu gegründete Türkei das Gebäude, die Botschaft wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bomben zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen die noch aus der Nazi-Zeit stammenden Botschaftsgebäude Italiens und Japans sowie die Neubauten von Ländern wie Südafrika, Indien, Saudi Arabien, Ägypten und Österreich.

Erdogan wohnt mit seiner Delegation im noblen Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz. Dort wird er auch Repräsentanten von türkischen Organisationen in Deutschland empfangen, die Erdogans Regierungspartei AKP nahe stehen, so von der Organisation Millî Görüs, die in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet wird. (Von Joachim Riecker)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Investor | 30.10.2012, 16:14

Entschädigung?


Nachdem nun 900.000 Euros an NSU Opfer geflossen sind, bin ich gespannt auf die Entschädigung im Fall Jonny K.
Phänomenal,wenn ein Erdogan ein Zeichen setzen würde?
Welches Land besucht er,sollte er wirklich wollen oder müssen?

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