BERLIN - 13 Spiele ungeschlagen, Zweiter der 2. Fußball-Bundesliga – die Fans von Hertha BSC könnten zufrieden sein. Wenn sie bei der gestrigen Mitgliederversammlung nicht besorgniserregende wirtschaftliche Zahlen präsentiert bekommen hätten. Herthas Schulden sind in der vergangenen Saison um gut sieben Millionen auf 42 Millionen Euro gestiegen. Das ist der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre. Welchen Anteil die Trainer-Rotation in der Vorsaison daran hat, mochte Finanzchef Ingo Schiller nicht sagen.
Mittelfristig wollte Hertha das Loch auf etwa 30 Millionen Euro verkleinern. Doch die Bundesliga-Abstiege 2010 und 2012 sprengten die Pläne. Um die Lizenz für die nächste Saison müsse sich jedoch niemand Sorgen machen, beruhigte Schiller. Sollte die Mannschaft den angestrebten Aufstieg allerdings verpassen, müsste es „Einschnitte im Ausgabenbereich“ geben, so Schiller. Der Aufstieg ist also Pflicht, um an den großen Fernsehgeld-Topf der Bundesliga zu kommen.
In die laufende Saison ist Hertha mit einer Finanzlücke von etwa 13 Millionen Euro gestartet. Dieses Defizit ist unter anderem durch den Verkauf von Raffael für zehn Millionen Euro nach Kiew reduziert geworden.
Durch die Ausgliederung der Marketingrechte am Vereinslogo in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft hat die Hertha BSC Aktiengesellschaft 20 Millionen Euro verbucht. Ziel sei es, das „Eigenkapital positiv zu gestalten“. Offenbar soll mit diesem Bilanztrick Sanktionen der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgebeugt werden. Bargeld ist dabei aber nicht geflossen. (rom)