POTSDAM - Wird sie nun funktionieren, die Entrauchungsanlage im Großflughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald), oder funktioniert sie nicht? Das war die zentrale Frage, um die es gestern bei einem erneuten Treffen auf dem Flughafen ging, diesmal mit den Unternehmen Siemens und Bosch, die am Bau der Anlage beteiligt sind.
Nach dem Treffen drangen zumindest keine neuen Hiobsbotschaften nach draußen. „Die Entrauchungstests sind bislang erfolgreich verlaufen“, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Die Testreihen würden fortgesetzt, mit Ergebnissen sei Mitte bis Ende Januar zu rechnen. Es habe sich nicht um ein Krisentreffen gehandelt, sondern um eine routinemäßige Abstimmung, betonte der Minister.
Getestet wurde die Steuerung der Lüftungsklappen. Die hierfür von Bosch und Siemens jeweils verwendete Software sei miteinander kompatibel, sagte Christoffers. Hier war zuvor von Problemen berichtet worden. Zum gesamten Brandschutz gehören außerdem die Brandmelder, ein Warnsystem für Notfälle, die Steuerung der Türen bei einer Evakuierung des Gebäudes sowie die Sprinkleranlage.
Auch Stephan Loge, Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, war gestern vor Ort. An den Einsprüchen seiner Genehmigungsbehörde war die Flughafeneröffnung im Frühjahr gescheitert. Seither sind Vertreter des Kreises bei den Tests zum Brandschutz anwesend. Auch das Landratsamt betonte, es habe sich um ein ganz normales Arbeitstreffen gehandelt.
Der Brandschutz ist die Achillesferse des Großprojekts. Bei ersten Testläufen Anfang Dezember funktionierte die automatische Steuerung erneut nicht korrekt. Aber der Zeitplan ist eng gestrickt. Wenn der 27. Oktober 2013 als neuer Eröffnungstermin gehalten werden soll, muss im Mai der Probebetrieb beginnen. Momentan gebe es keine Aspekte, die eine erneute Verschiebung nötig machten, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die Risiken blieben aber. „Wir sind noch nicht bei allen Themen über den Berg“, sagte ein Flughafensprecher. (Von Ulrich Nettelstroth)