Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

8ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Brandenburg/Berlin
  4. » Alle Meldungen aus Brandenburg/Berlin
03.01.2013

Beitragsfunktionen:

Patent auf den Weltuntergang

Markeninhaber fordert: Fonte-Chefin aus Brandenburg soll 1800 Euro Schadensersatz zahlen, weil sie eine „Weltuntergangsparty“ veranstaltet hat

Katerstimmung nach dem ausgefallenen Weltuntergang

Katerstimmung nach dem ausgefallenen Weltuntergang

BRANDENBURG AN DER HAVEL - Den ganzen Abend lang lief am 21. Dezember „Ärzte“-Musik im Fonte. Schließlich hatte die Brandenburger Gastronomin Annik Rauh als Motto ausgegeben: „Ärzte spezial Weltuntergangsparty“ – passend zur Prophezeiung des Maya-Kalenders. „Heute geht die Welt unter – aber keine Sorge, wir haben die Ärzte dabei“, witzelte Annik Rauh auf ihrer Einladung.

Seit dem Silvestertag gefriert ihr Lachen. Denn zum Jahresende erhielt die Fonte-Chefin eine Abmahnung aus Bayern. Ein Rechtsanwalt aus Hof fordert sie auf, 1837,52 Euro zu bezahlen, weil sie für ihre Party „widerrechtlich“ die Wortmarke „Weltuntergang“ benutzt habe. Der Anwalt handelt im Auftrag von Philip-Nicholas Blank, der in Hof eine Firma hat.

Dieser Mann hat sich im vergangenen März die Wortmarke „Weltuntergang“ beim Deutschen Patent- und Markenamt in München gegen 300 Euro Gebühr schützen lassen – für den Gastronomiebereich. Eine Urkunde der Bundesrepublik Deutschland weist Philip-Nicholas Blank als Markeninhaber aus. Nun macht der Mann aus Hof offenbar ein Geschäft daraus, Gastronomen zu suchen und mit Forderungen zu überziehen, die am 21. Dezember Partys unter dem Motto „Weltuntergang“ gefeiert haben. In Brandenburg war das nicht nur das Fonte, sondern auch die Diskothek Manhattan.

Die Hofer Rechtsanwälte drohen Annik Rauh sogar strafrechtliche Konsequenzen an – offenbar um sie einzuschüchtern. Sie verlangen von der Geschäftsfrau, die jedes Jahr etwa 70 Partys ausrichtet, 1000 Euro Schadensersatz an Herrn Blank zu zahlen und gut 800 Euro an die Kanzlei. Außerdem soll sie eine Unterlassungserklärung unterschreiben.

Nichts von all dem hat Annik Rauh nach Rücksprache mit ihrem Anwalt vor. Hendrik Peters aus Dortmund vertritt bereits mehr als ein Dutzend Gastronomen, die Markeninhaber Blank zur Kasse bitten will. Er empfiehlt, nichts zu unterschreiben, aber innerhalb der rechtlichen Frist auf die Abmahnung zu reagieren. Der Schutz des Begriffes „Weltuntergang“ im Gastronomie-Bereich werde einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten, vermutet der Rechtsanwalt.

Nach Angaben des Patentamtes kann jedermann auch beantragen, dass die Marke „Weltuntergang“ wieder gelöscht wird. Dann müsste niemand zahlen.

Annik Rauh ist zuversichtlich, dass sie Markeninhaber Blank nicht mit 1000 Euro beglücken wird. Doch irgendwelche Anwälte werden mit der Sache sicher verdienen. Die Fonte-Chefin hat sich auf mehrere hundert Euro Anwaltskosten eingestellt, um den Spuk abzuwenden. Kosten und Ärger wären ihr wohl nur erspart geblieben, wenn die Welt am 21. Dezember wirklich untergegangen wäre. (Von Jürgen Lauterbach)

Annik Rauh würde sich gern mit anderen Gastronomen zusammen tun, die mit ähnlichen Weltuntergangsdrohungen überzogen werden, Kontakt: 0 33 81 / 87 89 62.


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 0 Einträge



Zwei deutsche Vereine im Champions-League-Finale: Wem wünschen Sie den Sieg?

Abstimmung

Stimme abschicken
» Zum Ergebnis