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21.01.2013

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Ausverkauf märkischer Agrarflächen an Anleger

Kapitalkräftige Investoren treiben die Preise hoch / Landwirte schlagen Alarm

POTSDAM - Brandenburger Bauern schlagen Alarm. Immer häufiger kaufen sich auswärtige Investoren in märkische Agrarbetriebe ein. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, spricht von einem „Ausverkauf der brandenburgischen Landwirtschaft“.

Nach Schätzungen des Bauernbundes, der die Interessen von Familienbetrieben im Land vertritt, gehen etwa zehn bis 15 Prozent der Brandenburger Agrarsubventionen an „auswärtige Kapitalanleger“. Recherchen hätten ergeben, so Jung, dass allein sieben Holdings von Investoren über ihre Brandenburger Standorte rund 21 Millionen Euro Subventionen kassierten. Laut Bauernbund-Chef sind das mehr als fünf Prozent der Agrarprämien des Landes. Zu den großen Verdienern gehören danach etwa die KTG Agrar AG mit Sitz in Hamburg sowie die JLW Holding AG im niedersächsischen Winsen.

Mit dem immer stärker werdenden Fremdkapital „haben auch wir ein Problem“, sagt Holger Brantsch vom Landesbauernverband. Zwar gebe es durchaus „super Beispiele“, bei denen mit Geld von Investoren Dörfer auf Vordermann gebracht werden konnten, andererseits gebe es auch anonyme Firmenkäufe, bei denen „alles aus dem Land rausläuft“.

Jens-Uwe Schade, Sprecher des Brandenburger Agrarministeriums, sieht die „industriellen Anbieter gerade mit dem Erfolg der erneuerbaren Energien im Kommen“. Sie kaufen Äcker auf, um den großflächigen Anbau etwa von Mais für Biogasanlagen abzusichern. Große Investoren sind auch in der Lage, höhere Preise für Äcker zu zahlen. Zum Beispiel in der Prignitz: Im Amt Putlitz, in dem die KTG Agrar AG sehr aktiv ist, wurde 2011 der Hektar für durchschnittlich 7800 Euro verkauft. Dieser Preis ist mehr als doppelt so hoch wie in den Regionen, in denen Kapitalanleger bislang weniger aktiv sind.  (Von Ute Sommer)


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