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GOSLAR - Fast jeder Dritte fällt in Deutschland durch die erste Führerscheinprüfung. Der Autoclub Europa (ACE) macht dafür die Fahrschulen verantwortlich. Durchfallquoten von 30 Prozent seien kein Zeichen für eine qualifizierte Ausbildung, heißt es in einer Studie, die der ACE vor dem 51. Verkehrsgerichtstag vorgelegt hat. Zu der Tagung in Goslar kommen ab heute 1.900 Verkehrsexperten. Nicht zum ersten Mal wird es beim Verkehrsgerichtstag um eine Reform der Fahrausbildung gehen.
Bei den Durchfallquoten gibt es große regionale Unterschiede. Die niedrigste Quote hat Hessen (22,1 Prozent), die höchste Sachsen-Anhalt (38,5). Brandenburg landete mit 34,9 Prozent auf dem elften Rang.
Der Autoclub Europa ACE macht für die Durchfallquoten bei Anfängerprüfungen die mangelhafte Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich. Es komme der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang mit der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. „Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können.”
Nach Untersuchungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer ist aggressive Fahrweise ein Hauptgrund für schwere Unfälle mit Toten und Verletzten. in Goslar wollen die Fachleute die Ursachen für rüpelhaftes Verhalten auf den Straßen erörtern und nach Möglichkeiten suchen, Verkehrsteilnehmer zu einer weniger angriffslustigen Fahrweise zu bewegen.
Diskutiert wird auch über die Einhaltung von Tempolimits und tatsächliche und rechtliche Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung. Auf der Tagesordnung steht ferner das von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) angekündigte neue Punktesystem für Verkehrssünder.