
Flughafen Tegel...
POTSDAM - An dem maroden Berliner Stadtflughafen Tegel müssen auch Lande- und Rollbahnen repariert werden. Das teilte Technikchef Horst Amann gestern dem neu eingesetzten Sonderausschuss zum Schönefelder Flughafendebakel im Potsdamer Landtag mit. Bislang war lediglich die Rede von Instandhaltungsmaßnahmen bei der Heiz- und Kühlanlage, bei Gepäckbändern und Toiletten. Durch die Sanierung der Pisten-Oberfläche soll sichergestellt werden, dass vorgeschriebene Reibungswerte eingehalten werden, erklärte Flughafensprecher Ralf Kunkel der MAZ. Wie groß der Sanierungsbedarf sei, müsse noch geklärt werden.
Die Pisten-Reparatur soll auch durch das am Mittwoch vom Aufsichtsrat verabschiedete Investitionspaket in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro abgedeckt werden. Der Flughafen Tegel muss wegen der Eröffnungsverschiebung des BER viel mehr Passagiere verkraften und länger betrieben werden als geplant.
Der Flughafen hat derweil zwei Firmen mit Verkehrsprognosen beauftragt. Horst Amann rechnet für das zeitige Frühjahr mit Ergebnissen. Auf der Grundlage der Passagierentwicklung soll darüber entschieden werden, ob der BER noch vor seiner Eröffnung durch Anbauten und zusätzliche Gepäckbänder erweitert wird.
In dem Sonderausschuss sollen alle Fragen zum Flughafendebakel gebündelt werden. Bisher hatten sich damit mehrere Gremien befasst. Zur Vorsitzenden wurde die SPD-Finanzpolitikerin Klara Geywitz gewählt, ihr Stellvertreter ist der CDU-Abgeordnete Ingo Senftleben.
Die CDU-Fraktion zeigte sich nach dem Fortschrittsbericht von Horst Amann ernüchtert. „Es wurde nochmals deutlich, dass Brandenburg den größten Baustellenstillstand in der Geschichte erlebt“, sagte Senftleben. Die Eröffnungsverschiebung im Mai 2012 liege nun ein dreiviertel Jahr zurück und noch immer sei man mit der Bestandsaufnahme beschäftigt.
Finanzminister Helmuth Markov (Linke) stellt sich derweil auf einen Nachtragshaushalt ein. Durch die erneute Verschiebung müssten die im Doppelhaushalt 2013/14 eingestellten Mittel neu aufgeteilt werden. Der Haushalt war erst Ende Dezember beschlossen worden; Anfang Januar wurde die Eröffnung verschoben. Bisher sind 444 Millionen Euro als „Risikovorsorge“ für den BER eingestellt. Die Höhe des Nachtragshaushaltes hängt laut Markov von dem noch ausstehenden Wirtschaftsplan der Flughafengesellschaft ab. (Von Torsten Gellner)