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Weg frei für Potsdamer Stadtschloss

Der neue Landtag kommt in Potsdams historische Mitte

Bildergalerie!

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Ansicht des historischen StadtschlossesBildvergrößerung

Ansicht des historischen Stadtschlosses

Das Meisterwerk KnobelsdorffsBildvergrößerung

Das Meisterwerk Knobelsdorffs

Es ist entschieden: Die niederländische Royal Bam Group hat den Zuschlag zum Bau des Brandenburger Landtags erhalten. Das wurde auf einer Pressekonferenz am 21. August 2009 in Potsdam bekannt gegeben. Architekt für das 120-Millionen-Euro-Projekt in Potsdam ist Peter Kulka (Dresden). Baubeginn ist März oder April 2010. Das Gebäude soll 2013 bezugsfertig sein.

» Bildergalerie: Siegerentwurf

» Bildergalerie: Vertragsunterzeichnung

» Architekt Peter Kulka: Was Knobelsdorff wohl gemacht hätte

Der Landtag entsteht nach dem Vorbild und am Standort des historischen Stadtschlosses. Er wird die Knobelsdorff-Fassade bekommen - und zwar nicht nur an den Außenseiten, wie es Mindestvorgabe für die Architekten war, sondern auch im Innenhof. Alle vorhandenen Originalteile würden verbaut und die Fassade werde überall in gleich hoher Qualität und mit den überlieferten Materialien ausgeführt. Die Dachlandschaft wird rekonstruiert, allerdings in Zinkblech statt Kupfer. Zudem wird das Meisterwerk Knobelsdorffs, das kuppelüberwölbte Treppenhaus, wieder hergestellt.

Der Hof wird zu jeder Tageszeit durch das Fortunaportal öffentlich zugänglich sein. Er kann für Veranstaltungen genutzt werden. Allerdings ist seine Fläche gegenüber dem Original verkleinert. Der Südflügel des Schlosses (Corps de Logis) wird pummeliger und schluckt zehn bis 20 Meter vom Hof, damit der Plenarsaal Platz findet. Die beiden Seitenflügel werden dem Hof je vier Meter abnehmen, damit alle Abgeordnetenbüros in den Neubau passen.

Der Plenarsaal, der den 88 brandenburgischen Abgeordneten bis zu einer Länderfusion üppig Platz bieten wird, reicht über zwei Geschosse und ist jetzt mit Fenstern nach Süden in Richtung Mercure-Hotel ausgerichtet. Bei einer Nutzung durch 150 Mandatsträger eines fusionierten Landes Berlin-Brandenburg werde der Saal zwar „nicht gezwängt, aber gedrängt" wirken, sagte Brandenburgs Finanzminister Speer. Die zunächst vorgesehene und von den Schlossbefürwortern kritisierte Option, den Mittelrisalit der Südfassade zu verbreitern, um dahinter Platz für einen größeren Saal zu schaffen, gibt es seit der 20-Millionen-Spende Hasso Plattners nicht mehr. Über dem Plenarsaal wird sich ein öffentliches Restaurant mit 200 Plätzen befinden. Ob es in den Flügeln des Fortunaportals am Alten Markt ein Café gibt, sei noch offen. Die Rampen zur Tiefgarage gehen - ein paar Meter abgesetzt vom Schloss - von der künftigen Humboldtstraße ab.

» MAZ-Webcam mit Blick auf die Baustelle


Aktuelle Berichte - 2010




Holzmodell des Schlosses. Foto: MAZ/ Michael HübnerBildvergrößerung

Holzmodell des Schlosses. Foto: MAZ/ Michael Hübner

Holzmodell des Schlosses. Foto: MAZ/ Michael HübnerBildvergrößerung

Holzmodell des Schlosses. Foto: MAZ/ Michael Hübner

Das Potsdamer Stadtschloss
Ein 1598/99 von Kurfürstin Katharina begonnener Schlossbau im Renaissancestil blieb unvollendet. Auf seinen Fundamenten ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm 1664-70 eine Vierflügelanlage errichten. Einer Erweiterung 1679-82 folgte die Umgestaltung zu einer französisch beeinflussten Dreiflügelanlage unter Preußenkönig Friedrich I. Sie schloss der Barock-Architekt und Hugenotte Jean de Bodt zum Alten Markt hin mit dem Fortunaportal ab.

Das Schloss erhielt seine endgültige Form 1744-52 nach Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs mit König Friedrich II. als Bauherrn. Ein Fassadenanstrich in Karminrosa sowie das preußischblaue Kupferdach mit vergoldeten Ornamenten rundeten die Wirkung des Prachtbaus ab. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer beschädigt und brannte aus. 1959/60 erfolgte auf Betreiben der SED der Abriss.